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Die Hautschichten



Die Haut des Menschen lässt sich in drei Schichten mit unterschiedlichen Funktionen unterteilen.



Detaillierte Darstellung der Hautschichten. © ShutterstockDie menschliche Haut besteht aus drei Schichten: der Oberhaut (1), der Lederhaut (2) und dem Unterhautfettgewebe (3).
Unsere Haut besteht aus folgenden Schichten:
  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Dermis, Corium)
  • Unterhautfettgewebe (Subcutis)
Oberhaut und Lederhaut zusammen bezeichnet man als Cutis. Sie hat ein Gesamtgewicht von drei bis vier Kilogramm und ist drei bis fünf Millimeter dick. Die Haut auf Hand- und Fußsohlen nennt man Leistenhaut – sie ist unbehaart. Der Rest des Körpers ist mit der sogenannten Felderhaut bedeckt.

Eingebettet in die drei Hautschichten sind die sogenannten Hautanhangsgebilde: Dazu zählen Drüsen, Haare und Nägel.

Außerdem durchziehen Blut- und Lymphgefäße, Nervenfasern, Rezeptoren für Wärme und Berührung die Haut.

Oberhaut (Epidermis) – der Außenposten des Körpers

Die Oberhaut dient dem Körper als Grenze zur Umwelt. Sie besteht aus einem mehrschichtigen System übereinander gelagerter Hautzellen (Keratinozyten) in verschiedenen Verhornungsstadien. Ganz außen liegt die Hornschicht (Stratum corneum) der Haut – ein Gebilde aus abgestorbenen, verhornten Zellen (Korneozyten). Diese Hornzellen entwickeln sich aus den Basalzellen in der untersten Zellschicht der Epidermis. Dabei wandern die Zellen langsam nach außen und verändern durch Verhornung ständig ihre Form und Funktion. Ein Prozess, der zirka 28 Tage dauert.

Drei weitere Gruppen von Zellen, die sich in der Epidermis befinden:
  • Die Melanozyten versorgen die Hornzellen mit dem Hautfarbstoff Melanin.
  • Merkelzellen (Mechanorezeptoren) vermitteln Berührungsreize an das Gehirn.
  • Langerhans-Zellen können die Immunreaktion in Gang bringen und spielen zum Beispiel beim allergischen Kontaktekzem eine wichtige Rolle.

Lederhaut (Dermis, Korium)

Im Gegensatz zur Oberhaut besteht die Lederhaut aus gut durchblutetem Bindegewebe, das sich in zapfenförmigen Ausläufern fest an die Basalmembran der Oberhaut bindet. In der Dermis sitzen auch Nerven und weitere Rezeptoren, die Empfindungs- und Temperaturreize verarbeiten – zum Beispiel die vibrationsempfindlichen Vater-Pacini-Körperchen: Sie sind die empfindlichsten Tastrezeptoren des Körpers und können Vibrationen auch an entferntere Hautareale weiterleiten. Weiterhin finden sich hier die Schweißdrüsen sowie die Haarwurzeln mit den Talg- und Duftdrüsen.

Die Hautfaserzellen (Fibroblasten) durchziehen die Lederhaut mit einem Geflecht aus stützenden Kollagen- und dehnbaren Elastinfasern. Eine Vielzahl von Abwehrzellen befinden sich in der Lederhaut – zum Beispiel wandernde Fresszellen (Histiozyten) und Mastzellen, die zu den weißen Blutkörperchen gehören.

Wunder Haut
Auf einem Quadratzentimeter Lederhaut findet man durchschnittlich:
  • 200 Schmerzrezeptoren
  • 100 Druckrezeptoren
  • 12 Kälterezeptoren
  • 2 Wärmerezeptoren
  • 100 Schweißdrüsen
  • 40 Talgdrüsen

Unterhaut (Subcutis)

Die Unterhaut (Subcutis) ist reich an Fettzellen, eingebettet in lockeres und dehnbares Bindegewebe, der Übergang zur Lederhaut ist fließend. Die Subcutis dient dem Körper als Wasser- und Energiespeicher, zur Wärmeisolation und schützt vor mechanischen Reizen. Je nach dem Ernährungszustand eines Menschen kann die Dicke der Unterhaut stark variieren. Hier verlaufen größere Lymph- und Blutgefäße sowie Nervenbahnen. Auch Haarwurzeln können bis in die Unterhaut reichen.

Haare

Jeder Mensch kommt mit etwa zwei Millionen Haaren zur Welt, nur 80.000 bis 140.000 davon bilden das Kopfhaar. Haare können Sinneseindrücke vermitteln, sie reagieren zum Beispiel auf Kälte oder Berührung. Ein Haarfollikel (Haarbalg) besteht aus dem von außen sichtbaren Haarschaft und der in der Lederhaut verankerten Haarwurzel und Haarmuskel. In den Haarfollikel mündet eine Talgdrüse.

Nägel

Nägel bieten den empfindlichen Kuppen an Fingern und Zehen Schutz vor Verletzungen, außerdem spielen sie als Kratz- oder Ritzwerkzeuge eine Rolle. Der Nagel besteht aus einer dichten Hornschicht, die sich aus der Nagelwurzel (Matrix) heraus erneuert. Fest verbunden mit dem gut durchbluteten Nagelbett, wächst die Nagelplatte in Richtung Zehen- oder Fingerkuppe. Die Wachstumsphase eines kompletten Nagels beträgt drei bis sechs Monate.

Talg und Schweiß

Die Talgdrüsen bilden den Talg (Sebum), eine Mischung aus verschiedenen wasserunlöslichen Stoffen, sogenannten Lipiden. Zum Schutz von Haut und Haar gelangt der Talg über die Haarfollikel an die Hautoberfläche. Die Schweißdrüsen sondern Schweiß ab, um durch Verdunstungskälte die Körpertemperatur zu regulieren. Zirka drei Millionen Schweißdrüsen verteilen sich auf der Körperoberfläche. Schweiß ist leicht sauer. Er besteht zu 99 Prozent aus Wasser, enthält verschiedene Salze, Säuren, Ammoniak und Harnstoff.
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